Im wunderschönen Buch "Felted knits" steht explizit, dass man mit einem der in Deutschland üblichen Frontlader-Waschmaschinen definitiv nicht filzen könne. Zum Glück habe ich diesen Satz erst gelesen, als ich es shcon besser wusste - es geht.
Meiner Erfahrung nach braucht es zwei Durchgänge, meist einen bei 40° und einen bei 60°. Um die Waschmaschine zu schonen, kann man das Filzstrickwerk in einen alten Kissenbezug stecken. Dann verteilen sich nicht so viele Fusseln in der Maschine.
Ich nehme immer etwas normales Vollwaschmittel dazu, solches, auf dem steht "nicht für Wolle oder Seide".
Und dann ist es noch wichtig, für Bewegung in der Waschtrommel zu sorgen. Ideal sind Jeans, Handtücher sind zu weich, die bereiten dem Strickstück nicht genügend "Stress" während des Waschgangs. Ideal ist auch, ein bis zwei Tennisbälle oder diese Waschpulverkapseln beizulegen.
Nach dem ersten Waschgang betrachte man das Werk - wenn man noch einzelne Maschen der Strickerei erkennen kann, dann sollte man nochmal Filzen.
Nach dem Waschgang
Aus der Maschine komme ein verknittertes formloses ETWAS, das nun unbedingt in Form gezogen und gezupft werden muss, bevor es trocknet. Ein Hut muss unbedingt auf einem Kunstkopf (notfalls halt auch auf einem Natur-Kopf) trocknen, damit er die notwendige Form bekommt. Es ist erstaunlich, viel viel man noch an der Grße verändern kann durch kräftiges Ziehen und Zerren. Taschen trocknen am besten mit Übertöpfen oder Kartons, die man in Plastiktüten steckt.
Insgesamt kann ich diese Technik nur empfehlen, es macht Spaß. Und vor allem Anfänger können hervorragende Ergebnisse erzielen. Man sollte zuerst eine Tasche stricken und auf die Filzerfahrung anderer zurückgreifen (so spart man sich die lästige Filzprobe).